Gleimhaus

Museum der deutschen Aufklärung

Gleim 300

BEGNADETER VISIONÄR FEIERT 300. GEBURTSTAG

Gleim – Vater des modernen Netzwerks und des Wandels feiert seinen 300. Geburtstag. „Gleim 300“ heißt das Jubiläumsprogramm, das über das ganze Jahr hinweg mit zahlreichen Veranstaltungen in Halberstadt läuft. Den Auftakt dazu gab es am Dienstag (2. April 2019) im Gleimhaus, der einstigen Wirkungsstätte des Dichters Johann Wilhelm Ludwig Gleim. Er hinterließ der Nachwelt einen Bestand von 10.000 Briefe und tausenden Büchern von namhaften Dichtern seiner Zeit (Fichte, Herder, Klopstock, Lessing…), welche heute in einem der ältesten deutschen Literaturmuseen, dem Gleimhaus in Halberstadt, bestaunt werden können.

Zu den Geburtstagsgästen, die die Hausherrin Dr. Ute Pott begrüßte, gehörten Staatssekretär Dr. Gunnar Schellenberger, der den Staatsminister Rainer Robra vertrat, Vertreter des Vorstandes des Museumsverbandes Sachsen-Anhalt, der Kulturstiftung des Landes und der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Stadtratspräsident Dr. Volker Bürger, der stellvertretende Oberbürgermeister Thomas Rimpler, Förderer und Sponsoren, Vertreter vom Wallsteinverlag, von der Agentur IdeenGut, der Hochschule Harz und des Förderkreises Gleimhaus e.V. sowie zahlreiche weitere Gäste.

„Gleim machte Halberstadt im 18. Jahrhundert zum literarischen Zentrum. Heute ist das Gleimhaus ein kultureller Leuchtturm in Sachsen-Anhalt. Und nicht nur mit Blick auf die „Schatzjahre 2018 bis 2020“ sind wir stolz als Stadt einen solchen Schatz in Halberstadt zu haben“, unterstrich Thomas Rimpler während seines Grußwortes.

Gestartet wurde an diesem Tag das audiovisuelle Projekt „Sprechende Bilder“, welches Martin Witschaß von der Kreativagentur IdeenGut initiierte und in Kooperation mit der Hochschule Harz, dem Gleimhaus und dem Harztheater entwickelte und umsetzte. Das Projekt verknüpft das überlieferte Briefarchiv mit den Porträts zu einer Audioinstallation in Gleims Freundschaftstempel. Über ein Spracherkennungsprogramm können die Besucher die Bilder zum Sprechen bringen. Dafür wurden 330 Briefzitate aus den Korrespondenzen Gleims von Schauspielern des Harztheaters eingesprochen. Eine Kostprobe davon erhielten die Geburtstagsgäste Gleims zur Festveranstaltung am Dienstag. Es lasen Swantje Fischer, Stefan Werner Dick, Jonte Volkmann und Arnold Hofheinz.

Thedel von Wallmoden vom Wallsteinverlag stellte das Publikationsprojekt Gleim „Ausgewählte Werke“ vor. Das druckfrische Werk konnte bereits zur Geburtstagsfeier im Gleimhaus erworben werden.

Mit einem Augenzwinkern spricht Dr. Ute Pott gern von Gleim als Erfinder von facebook, denn Gleim hatte ein Freundesnetzwerk von mindestens 550 Frauen und Männern, allerdings im 18. Jahrhundert. Wie dieser hochinteressante hinterlassene Schatz des Pioniers der Freundschaftskultur mit Mitteln und Technik der Gegenwart heute erlebbar gemacht wird, davon konnte sich die Gäste der Festveranstaltung selbst überzeugen bei einer Führung durch das audiovisuelle Projekt im Freundschaftstempel „Sprechende Bilder“.

Doch kommen und schauen und hören Sie selbst. Das Gleimhaus ist geöffnet: Dienstag bis Sonntag von 10.00 bis 16.00 Uhr und feiertags von 10.00 bis 17.00 Uhr (Mai bis Oktober).

AKTUELLES

Dorothea Milde war eine Zeichnerin und Grafikerin des Expressionismus, die in Quedlinburg tätig war. Ihren künstlerischen Nachlass vermachte Dorothea Milde dem Gleimhaus. Mit Mitteln des Förderprogramms Sachsen-Anhalt Digital der Investitionsbank Sachsen-Anhalt wurde der Nachlass nun digitalisiert und auf dem Museumsportal Museum digital veröffentlicht (https://nat.museum-digital.de/index.php?t=sammlung&gesusa=1097&cachesLoaded=true). Einmal mehr wird hier die hohe künstlerische Qualität des Werks von Dorothea Milde deutlich, die nach einer baldigen Ausstellung sowie nach eingehenderer kunsthistorischer Betrachtung verlangt.

Im Oktober sind die Sprechenden Bilder in Gleims Freundschaftstempel dienstags bei verlängerter Öffnungszeit von 17 bis 19 Uhr wieder bei freiem Eintritt zu erleben.

Schon seit Jahren trifft sich im Gleimhaus eine Jugendgruppe mit dem Namen „Museumsbotschafter“ und beschäftigt sich mit Medienprojekten sowie Gleim und der Welt des 18. Jahrhunderts. Die Treffen sind alle zwei Wochen dienstags, um 14.15 Uhr. Neue Teilnehmer sind gern gesehen und können sich unter 03941 68710 bzw. gleimhaus@halberstadt.de anmelden.

Ein Nachklang des Bühnenprogramms „Soll ich spielen? Soll ich scherzen?“ von und mit Götz Lautenbach findet sich auf Gleims Youtube-Kanalhttps://www.youtube.com/channel/UC3oxs5mLwSykoyNpVf-joWQ

AUSBLICK

13. Nov., 19 Uhr | Prof. Dr. Harald Welzer: Wie wollen wir in Zukunft leben?

21. Nov., 15 Uhr | Die short-List der Buchhandlung Schönherr, Halberstadt.

25. Nov., 19 Uhr | Gedankenklub

6. Dez, 17 Uhr | Weihnachtskonzert der Kreismusikschule

11. Dez., 19.30 | Dr. Friederike Habermann: Miteinander statt gegeneinander wirtschaften und wachsen

19. Dez., 15 Uhr | Streifzug durch die Literatur mit Martje Hansen

8. Jan., 19.30 Uhr | Friedericke Hardering über neues Arbeiten

16. Jan, 15 Uhr | Dr. Ingeborg Stoyan: Lieblingsbücher

17. Jan, 19 Uhr | Jörg Kokott

27. Jan., 19 Uhr | Gedankenklub

www.gleim300.de

 

MUSEUM DER DEUTSCHEN AUFKLÄRUNG

Das Gleimhaus

Das Gleimhaus ist eines der ältesten deutschen Literaturmuseen, eingerichtet im Jahr 1862 im ehemaligen Wohnhaus des Dichters und Sammlers Johann Wilhelm Ludwig Gleim (1719-1803) am Halberstädter Dom. Es beherbergt den Nachlass Gleims mit seinen drei "B": Bilder, Bücher und Briefe.

Gleim, ein Genie der Freundschaft, war mit vielen der bedeutendsten Schriftsteller seiner Zeit befreundet und versammelte sie in Bildnissen an seinen Wänden. So trug er die größte Porträtgalerie großer Geister des 18. Jahrhunderts zusammen, seinen sogenannten „Freundschaftstempel“. Lessing, Klopstock, Herder, Jean Paul, Anna Louisa Karsch, Elisa von der Recke und viele andere blicken den Besucher an. Die Atmosphäre dieser Räume ist einzigartig. Daneben baute Gleim eine umfangreiche Bibliothek und eine bedeutende Handschriftensammlung auf. In diesem Zusammenspiel von Bildern, Büchern und Briefen ist Gleims Nachlass ein einmaliges kulturgeschichtliches Dokument des Zeitalters der Aufklärung mit seiner Freundschaftskultur. Schon Goethe war von den Sammlungen begeistert.

Das Gleimhaus wird im Blaubuch der Bundesregierung neben neunzehn weiteren Institutionen in den Neuen Bundesländern als "Kultureller Gedächtnisort mit besonderer nationaler Bedeutung" geführt.

www.gleimhaus.de

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Kontakt

GLEIMHAUS
Museum der deutschen Aufklärung

Domplatz 31 
38820 Halberstadt
Telefon: 03941 6871-0
gleimhaus@halberstadt.de
www.gleimhaus.de

Öffnungszeiten

Di - So und feiertags:
10:00 - 16:00 Uhr (November - April)
10:00 - 17:00 Uhr (Mai - Oktober)

Geschlossen:
am 24. und 25. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar

Eintrittspreise

Standard
7 Euro

Studenten, Azubis, Arbeitslose, Schwerbehinderte
5 Euro

Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre sowie Schüler
frei

Weiter Informationen finden Sie unter:
www.gleimhaus.de

Veranstaltungen

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