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08. März 2018

Besonderer Schatz in den Bergen von Halberstadt

Ehrenamtliche helfen Tieren

Fundtierunterkunft in Halberstadt, Foto: Florian Hartmann

Schatz. Was verbinden Sie damit? Etwas Unbezahlbares, etwas Rares, etwas Einmaliges? Etwas, das man nicht hergeben möchte, woran das Herz hängt. Ein wertvoller Gegenstand, ein geliebter Mensch. Eine Fundsache „mit nicht ermittelbarem Eigentümer“. Ein Fundtier. Ein tierischer Schatz.

Denken Sie an die vielen heimatlosen Vierbeiner unter uns, die sich nach einem trauten Zuhause sehnen. Ein Schatz, von dem wir Menschen nur profitieren können. Samtpfoten, deren behagliches Schnurren unser Gemüt beruhigt und zum Durchatmen verhilft. Oder Stöckchenholer, die für jeden ausgedehnten Spaziergang schwanzwedelnd Dankbarkeit zeigen.

Die Fundtierunterkunft Halberstadt widmet sich dem Wohlergehen jener zugelaufener und gefundener Vierbeiner. Jeder für sich ein kleiner Schatz, der einem das Herz erfreut. Sie verdienen ein gebührendes Leben. Dafür setzen wir uns - der Tierschutzverein Halberstadt - ein. Und das nun schon seit 15 Jahren.

Einerseits dürfen wir uns darüber freuen, über so viele Jahre durchgehalten zu haben und zu wachsen. Seit 2003 unterstützen engagierte Tierschützer die Stadt Halberstadt bei Arbeiten, die über die gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtaufgaben der Annahme, Unterbringung und Fütterung von Fundtieren hinausgehen.

Auf Initiative des Freundeskreises „Fundtierunterkunft“ und mit Unterstützung der Stadt Halberstadt wurde die Fundtierunterkunft 2005 um ein Katzenhaus erweitert. Dessen Tagesbetrieb wurde durch Tierschützer übernommen. Das Katzenhaus, gesponsert von der Rolf P.C. & Edith Maria Manteufel Stiftung, in ehrenamtlicher Arbeit, mit Spenden und mit Fördermitteln tierschutzgerecht ausgebaut, wurde für den Verein eine zentrale Aufgabe.

Die Anlage befindet sich im Tiergarten Halberstadt in den Spiegelsbergen. Im Vordergrund unserer Arbeit stehen die artgerechte Betreuung der herrenlosen Tiere, deren Annahme und Wiedervermittlung mit Schutzverträgen sowie auch Besuche beim Tierarzt. Diese und weitere Aufgaben müssen kontinuierlich sichergestellt sein.

Hierfür benötigen wir unentwegt Unterstützung. Und wir benötigen jüngere Tierfreunde, die uns in der Vorstandsarbeit unterstützen, die unseren Schatz hegen und pflegen helfen.

Andererseits stimmt es uns traurig, dass Tierschutz überhaupt sein muss. Ein Zitat von Theodor Heuss spricht uns da aus dem Herzen: „Eine der blamabelsten Angelegenheiten der menschlichen Entwicklung ist es, dass das Wort ‚Tierschutz‘ überhaupt geschaffen werden musste.“

Jacqueline Dümchen, Mitglied des Halberstädter Tierschutzvereins

 

Mit freundlicher Genehmigung der Volksstimme, VST vom 16.02.2018

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